Dienstag, 27. September 2016

Mein Liebling unter seinen (nicht allzu vielen) Büchern

... ist "Die Fregatte Pallas". Daß LePenseur eine gewisse Vorliebe für weniger Bekanntes pflegt (seien es nun Bücher, Musikstücke, oder auch die Lebensläufe von Männern der "zweiten Reihe"), damit dürften die geneigten Lesern dieses Blogs mittlerweile vertraut sein ...
Im Jahr darauf erschien sein auch international äußerst erfolgreicher Roman Oblomow, dessen Titelheld mit Shakespeares Hamlet verglichen wird, der die Frage Sein oder nicht sein? mit Nein! beantwortet. Unter anderem Dostojewski betrachtete Gontscharow als bemerkenswerten Autor von hoher Qualität, von dem er sich selbst beeinflusst zeigte.
Bereits in seinen ersten Werken wird Gontscharows Grundthema, die grenzenlose Langeweile, deutlich, die er in seinem Hauptwerk Oblomow zum so zentralen Inhalt macht, dass die Antriebslosigkeit des Titelhelden im Russischen sogar sprichwörtlich wurde: Oblomowschtschina, das Versinken im Nichtstun bis zum endgültigen Verfall.
... informiert uns Wikipedia über den Autor: Iwan Gontscharow, der heute vor 125 Jahren, am 27. September 1891, in Sankt Petersburg verstorben ist.

Dem doch vergleichsweise kurzen Artikel in der Wikipedia merkt man die Ratlosigkeit an, wie man mit so einem "Autor der Langeweile und des Nichtstuns" umgehen soll. Dessen eigenes Verstummen, nach einigen durchaus erfolgreichen Werken, mehr als zwei Jahrzehnte vor seinem Tod Rätsel aufgibt, die durch seine vor und nach der Periode seiner Schriftstellerei so ganz uninteressant "bürgerliche" Biographie ebenso wenig erklärt wird, wie durch sein Werk selbst.

Unsere Zeit hält ihn einfach nicht aus. So mußte aus Anlaß der zweihundertsten Wiederkehr von Gontscharows Geburtstag (am 18. Juni 1812) ein gewisser Werner Theurich im SPEICHEL hyperaktiv dahinhecheln:
Über-Roman 
"Oblomow" So aufregend kann Faulheit sein

Mache ich morgen! Oder nicht? Wer immer alles aufschiebt, sollte "Oblomow" kennen, den literarischen Prototyp eines Prokrastinierers. Zum 200. Geburtstag des Autors Iwan Gontscharow wurde der großartige Roman jetzt neu übersetzt: So flott, dass selbst Phlegmatiker aufwachen. (Hier weiterlesen
Wer so beginnt, hat den Roman entweder nicht gelesen, oder nicht verstanden. Gontscharow für Macher (und wären's nur vermeintliche), die sich auf die Schnelle über Langeweile und Nichtstun informieren wollen: sorry, aber das geht einfach schief ...

Samstag, 24. September 2016

Nevermind!


Die ruhige Herbstwetterlage am Wochenende wird LePenseurs Stimmung, die nach dem Kniefall der Schweizer Parlamentarier vor den Brüsseler Banditen einigermaßen im Keller ist, hoffentlich wieder ein wenig heben. Deshalb:

LePenseur fährt ein paar Tage ins alpine Mittelhochgebirge, allwo kein Handymast (und damit auch kein Internet) ist, und verabschiedet sich daher mit freundschaftlichem

NEVERMIND!

... von seinen geneigten Lesern, in der Hoffnung auf ein wenig Erholung.
Bei der Zurüstung seines Blogs (will er doch die Leserschaft nicht völlig Penseur-los darben lassen) für die Urlaubszeit geriet er irgendwie auf die deutsche Wikipedia, die ihm unter dem heutigen Datum mit dieser Mitteilung elektrisierte:
24. September 1991: Das Album Nevermind von Nirvana erscheint in den USA und wird ein Meilenstein der Musikgeschichte.
... und da er sich keinen Meilenstein
in der Musikgeschichte entgehen läßt, dachte er: das hören wir uns doch glatt an! Und dann hörte er den Meilenstein ...


... und wußte spontan: wenn das ein Meilenstein ist, dann ist LePenseur ca. Mozart hoch Bach! Nun: Geschmäcker sind verschieden. Nicht jeder liebt Labskaus (oder Pichelsteiner), und was dem einen seine Lerche, ist dem anderen noch lang keine Nachtigall.

Dennoch: LePenseur verhehlt nicht seine Enttäuschung (die ihn sogar dazu veranlaßt, all das in der dritten Person zu schreiben ...) über diesen angeblichen Meilenstein. Und denkt sich: wenn schon 24 und kein Meilenstein, warum dann September? Und hört sich dafür Mozarts Symphonie Nr. 24, dirigiert von Christopher Hogwood an:


Weder Symphonie noch Interpretation sind Meilensteine, aber verglichen mit obigem Nirvana-Schrott mindestens auf dem Exzellenz-Niveau einer Beethoven-Neunten, dirigiert von Furtwängler.

Sind jetzt einige Nirvana-Fans existenziell verstört & aufgebracht? Das müssen sie eben aushalten, während LePenseur hoch hinaus will ...

adieu, ciao & hasta la vista ... and: never mind!


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P.S.: am 27. September (sub conditione Jacobi) geht's hier weiter ...

Freitag, 23. September 2016

Banana helvetica

... heißt die Sumpfblume, die zu Bern dem Schlamm von der EUkratie eingeschüchterter und/oder korrumpierter Parlamentarier, die sich von "Nationalräte" wohl treffender auf "Nationalverräter" umbenennen sollten, entsproß. Die amtliche "Wiener Zeitung" jubiliert:
Die Diskussion war lang, aber das Ergebnis nach sieben Stunden eindeutig. Der Nationalrat, die größere Kammer des Schweizer Parlaments, stimmte am Mittwoch- abend nach sieben Stunden dem Vorschlag seiner vorberatenden Kommission mit 126 gegen 67 Stimmen zu. Faktisch hat damit die Mehrheit einen Angriff auf die Personenfreizügigkeit abgeblasen. Die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei (SVP), die Autorin der sogenannten Masseneinwanderungsinitiative, fand sich in einer Minderheit wieder.

Der Vorschlag sieht vor, die 2014 per Volksabstimmung in die Verfassung aufgenom- mene Initiative in einem dreistufigen Verfahren umzusetzen. In einem ersten Schritt muss der Bundesrat sicherstellen, dass das einheimische Potenzial an Arbeitskräften besser ausgeschöpft wird. In einem zweiten Schritt kann der Bundesrat eine obliga-torische Meldung freier Stellen an die Regionalen Arbeitsvermittlungen einführen, wenn die Zuwanderung ein bestimmtes Niveau erreicht. Erst in einem dritten Schritt könnte er Höchstzahlen festlegen, aber nur mit der Zustimmung der EU.
Also nie. Denn  Brüssel hat bereits erklärt, in einem solchen Fall nicht zuzustimmen. Denn diese Umvolkung nach dem freien Belieben Brüsseler EUrokraten ist die unabdingbare Voraussetzung für die Schaffung der totalen, nein: totalitären EUrokratie! Erst durch Überfremdung desintegrierte Nationen geben den richtig zerkrümelten Humus, den unsere EUrokraten dann ganz nach ihren Vorstellungen (und zu ihrem, nicht unserem Nutzen!) bequem umpflügen können ...

Daß die Schweizer Politik sich trotz jahrhundertelangen Tradition kleinräumiger Demokratie und Bürgerbeteiligung lieber dem Diktat einer abgehobenen Politruk-Kaste aus dem Ausland beugt, als dem Entscheid ihrer eigenen Bürger zu folgen, sollte zu denken geben. Denn es beweist, daß auch die Politik der Schweiz längst nicht mehr die Entscheidungen des Souveräns, also: der Wähler, respektiert, sondern diese, obwohl lästiges "Störelement", noch nicht zu beseitigen wagte, nun aber, im Loyalitäts- und Interessenkonflikt, zwischen dem Vorbild ihrer "Amtskollegen" im Ausland (die doch so schön "repräsentativ", d.h. repressiv, über das ordinäre Volk drüberregieren können!) und den Mühen der direkten Demokratie zu wählen, sich nach kurzem, siebenstündigem Wimpernzucken für den Verrat an den Grundfesten der Schweizer Staatsordnung entschieden.

Die Schweiz eine Bananenrepublik? Vielleicht noch nicht, aber auf dem direkten Weg dazu! Die "Wiener Zeitung" entrüstet sich derweil:
Die SVP sieht darin einen Verrat am Volkswillen. Ihr Abgeordneter Adrian Amstutz nannte den Kommissionsvorschlag in der Debatte eine "Gesetzesruine", "ein in Hochglanz verpackter Verfassungsbruch". Amstutz griff seine Gegner auch persönlich an. "Hier wird die direkte Demokratie beerdigt, und diejenigen, die dabei mithelfen, sind Totengräber."
Falsch: das ist kein persönlicher Angriff, sondern die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Faktenlage! Es ist freilich einleuchtend, daß ein Journaillist unserer Lückenpresse den Blick für solche, der Finanzierung der "Blattlinie" möglicherweise schädliche Petitessen längst verloren hat ...

 

Eminentissime machen in jede Hose, die man ihm hinhält ...

... und "stellen klar" ...

Kardinal Schönborn: "Kein Angriff auf den Islam"

.

Bild: (c) APA/AFP/ALEXANDER KLEIN 

Kardinal Schönborn stellte nun klar: In seiner Predigt sei es um glaubwürdiges Christentum und nicht um Angst vor dem Islam gegangen.
(Hier weiterlesen)

Dabei ist manchem Befund des Wiener Kardinals durchaus beizupflichten: ja, die verweichlichte Laschheit und Feigheit unserer "Christen" läd die eindringenden Muselmanen dazu ein, mal kräftig in die Weichteile der Einheimischen zu treten. Nur: muß dann ein Kardinal gleich selbst mit schlechtem Beispiel vorangehen, und in vorauseilendem Gehorsam gleich beschwichtigen, er habe doch nicht den Islam angreifen wollen? Der uns aber sehr wohl angreift!

Mit feigem Schönreden wurde noch kein Angriff abgewehrt! Der Wiener Kardinal könnte sich da ein Beispiel an einigen seiner Vorgänger auf dem Wiener (Erz-)Bischofsstuhl nehmen, die deutlich mehr Standfestigkeit bewiesen.


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P.S.: die Gerüchte, daß Papst Franz den Wiener Kardinal besonders schätzt und möglichst als seinen Nachfolger installieren möchte, wollen nicht abreißen. Wenn dem wirklich so wäre, kann ich schon jetzt ankündigen (obwohl das die Purpurträger nicht wirklich beeindrucken dürfte): wenn der gewählt wird, trete ich aus der Kirche aus! Auch die Pietät gegenüber einer Religion, der man seit Säuglingstagen irgendwie angehört, hat ihre Schmerzgrenzen ...

"EU und Türkei streiten sich um gebildete Flüchtlinge"


Bild: APA/AFP/BULENT KILIC
... berichtet DiePresse.

Kurze Rückfrage: um welche?


Donnerstag, 22. September 2016

Weil hier kürzlich von Systemtrotteln die Rede war ...


Düringer will mit neuer Partei bei Nationalratswahl antreten

Bild: Screenshot 

Die Satzung der Partei mit dem Namen "Meine Stimme gilt" wurde laut Roland Düringer bereits am Mittwoch im Innenministerium hinterlegt.
 (DiePresse.com)

Der Kabarettist Roland Düringer gründet eine Partei und plant den Antritt bei den kommenden Nationalratswahlen. Das kündigte er auf seinem Online-Blog (http://gueltigestimme.at) an. Die Satzung der Partei mit dem Namen "Meine Stimme gilt" wurde demnach bereits am Mittwoch im Innenministerium hinterlegt. Zu geplanten Inhalten äußerte sich Düringer in dem rund zweiminütigen Video nur vage. "Ich bin der Taxler. Die Partei ist das Taxi (...) und sie dürfen dann alle mitfahren, ich bring die Fuhr wohin, mehr kann ich nicht tun."
Mensch, wat ham'wa jelacht, würde der Berliner sagen ...

Düringer, als Mensch durchaus sympathisch, als second Taxler (nach dem First Taxler) in Österreichs Politik allerdings ein durchaus entbehrlicher Zugewinn, will also eine Partei gründen. Die alle wählen sollen, denen "des System aafoch am Oasch geht" (wie man das nicht existierende Parteiprogramm unfein, aber treffend zusammenfassen könnte). Wer Düringers Interviews der Reihe "Gültige Stimme" gesehen hat, weiß etwa, worum es geht: jenen, die das herrschende Nomenklatura-System ablehnen, eine Möglichkeit einzuräumen, ihre Stimme anders als ungültig abzugeben. 

Wenn Düringer allerdings seine Überlegungen so umsetzt, wie er sie seinerzeit in einer Diskussion mit mir darlegte, ist jede Stimme für "G!LT" zwar gültig, aber dafür völlig umsonst, denn (zumindest damals) wollte Herr Düringer mit seiner Aktion nur einen "Diskussionsprozeß ingangsetzen", und etwa erzielte Mandate unbesetzt lassen.

Meine Meinung dazu: es ist eine letztlich bloß systemerhaltende Pseudo-Aktion. Herr Düringer hat mir damals widersprochen (und wird es vermutlich auch jetzt noch tun), nur: plausible Gegenargumente hat er mir nicht geliefert.
Über den Ausdruck "Spaßpartei" zeigte sich Düringer verwundert, "weil Spaßparteien gibt es in diesem Land schon genug".
... schreibt DiePresse (von APA ab). Dem ist zuzustimmen, wenngleich der Unterhaltungswert der österreichischen Innenpolitik schon größer war. Vielleicht nicht für einen Kabarettisten wie Herrn Düringer, wohl aber für jene, die in von Bürokratien zu Tode regulierten Betrieben mit ehrlicher Arbeit ihr Geld verdienen müssen. Was einen Spaßmacher nicht zu kümmern braucht, denn wenn er nicht ein Ziegenfickergedicht über den erdowahnsinnigen GröTAZ verliest, wird er keine großartigen Probleme bekommen. Ein Gastwirt hingegen, dessen Speisekarte z.B. nicht EU-Richtlinienkonform sämtliche denkbaren Allergene eines Schweinsbratens mit Semmelknödel und Kraut auflistet, schon.

Um dies vielleicht zu ändern, wird es allerdings andere Aktionen brauchen als ein schlichtes "G!ILT". Vielleicht merkt das auch ein Düringer, bevor er zu den Wahlen antritt, und damit dem Ziel der Systemparteien, etwaige Proteststimmen möglichst zu zersplittern, Vorschub leistet.

Doch vielleicht ist genau das auch in Wahrheit sein Ziel. Denn was ist schöner für einen Kabarettisten, als eine unfähige Politikerriege durch den Kakao zu ziehen ... 's wäre doch blöd, wenn die auf einmal abgewählt wären, und man keine Vorlagen für sein nächstes Programm hätte ...


Heute vor 225 Jahren

... am 22. September 1791 wurde Michael Faraday geboren, ein englischer Naturforscher, der als einer der bedeutendsten Experimentalphysiker gilt. Faradays Entdeckungen der „elektromagnetischen Rotation“ und der elektromagnetischen Induktion legten den Grundstein zur Herausbildung der Elektroindustrie. Seine anschaulichen Deutungen des magnetooptischen Effekts und des Diamagnetismus mittels Kraftlinien und Feldern führten zur Entwicklung der Theorie des Elektromagnetismus. Bereits um 1820 galt Faraday als führender chemischer Analytiker Großbritanniens. Er entdeckte eine Reihe von neuen Kohlenwasserstoffen, darunter Benzol und Buten, und formulierte die Grundgesetze der Elektrolyse. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen und ausgebildet als Buchbinder, fand der von der Naturforschung begeisterte Faraday eine Anstellung als Laborgehilfe von Humphry Davy an der Royal Institution, die zu seiner wichtigsten Wirkungsstätte wurde. Im Labor der Royal Institution führte er seine wegbereitenden elektromagnetischen Experimente durch, in ihrem Hörsaal trug er mit seinen Weihnachtsvorlesungen dazu bei, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbreiten. 
(Hier weiterlesen)

"Musings on Two of the Dumbest Wars the US Has Ever Fought"

No, this won’t be about Grenada, Panama, Iraq, Somalia, Haiti, Bosnia, Kosovo, Afghanistan or any other US military war of choice which, while dumb, could at least result in some kind of appearance of victory, no matter how feeble (say, against a few Cuban engineers armed with AKs in Grenada). Today I want to share a few thoughts about the two wars the US has been engaged in for decades even though they never, ever had a chance to win: the war on drugs and the war on guns.
(Hier weiterlesen)
 Leseempfehlung!

Mittwoch, 21. September 2016

Aber, natürlich: Jelzin war ja ein Guter! Nicht so wie sein Nachfolger, dieser ...

Wir blättern um dreiundzwanzig Jahre zurück ... und was finden wir da?

Die russische Verfassungskrise 1993 begann am 21. September, als der russische Präsident Boris Jelzin die sozialistische Verfassung der RSFSR verletzte und per Dekret den gesetzgebenden Kongress der Volksdeputierten sowie dessen Obersten Sowjet Russlands auflöste, die sein Bestreben verhindert hatten, seine Macht zu festigen und Reformen durchzusetzen.

Hintergrund

Fraktionen im Kongress der Volksdeputierten 1992

Nach dem Augustputsch in Moskau und dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 kam es zwischen dem zu Sowjetzeiten gewählten Kongress der Volksdeputierten Russlands und dem russischen Präsidenten Jelzin wiederholt zu Spannungen.
Verlauf


Im Machtkampf zwischen dem reformfeindlichen Volksdeputiertenkongress, unter dem Vorsitzenden des Obersten Sowjets Russlands (etwa Parlamentspräsident) Ruslan Chasbulatow, und dem Radikalreformer Jelzin setzte dieser ein Volksreferendum zur Wirtschaftspolitik der Regierung im Volksdeputiertenkongress durch, das er am 25. April 1993 mit 58,1 Prozent der Stimmen gewann. Daraufhin legte eine von Jelzin einberufene Verfassungskonferenz aller gesellschaftlichen Kräfte im Juli einen neuen Verfassungsentwurf vor.
Das Parlament verweigerte sich jedoch dem Verfassungsentwurf, woraufhin Jelzin das Parlament verfassungswidrig per Dekret auflöste und für den 12. Dezember Neuwahlen sowie eine Volksabstimmung über die von der Verfassungskonferenz neu entworfene Verfassung ankündigte.

Aber Jelzin war halt ein Guter! Ein lupenreiner Demokrat! Einer, der wegen seiner Sauferei sich mit dem gleichzeitig amtierenden Hurenbock Billy-Boy bestens verstand. Einer, der sein Land und seine Bodenschätze für ein paar Brosamen (in sein Händchen, und die seiner Freunde, selbstmurmelnd) verschleuderte.

Ein nützlicher Idiot fürs East-Coast-Establishment eben. Nicht so wie sein pöhser Nachfolger ...

Lacht diese Steinzeit-Museln einfach zu Tode!

Es wurde auf diesem Blog schon mehrfach angeregt, die mörderische Polit-"Religion" Islam am besten dadurch zu bekämpfen, daß man sie lächerlich macht! Einer "Religion", die einen erotomanischen Kinderschänder, der das Abschlachten von Andersgläubigen zur religiösen Pflicht macht, als das leuchtendste Vorbild für jeden Gläubigen betrachtet, mit moralisch-ethischen Argumenten zu kommen, wird so sinnlos sein, wie gegenüber einem Alkoholiker den Wohlgeschmack lauwarmen Kamillentees zu preisen.

Einer Religion, die ernstlich behauptet, ihre "Heilige Schrift", der Koran, sei von Gott wortwörtlich so in Altarabisch "geoffenbart", und daher bis auf Punkt und Semikolon für alle Ewigkeit maßgebend und einzuhalten, wird man mit rationalen Argumenten, oder auch dem Nachweis, daß diese angebliche "Offenbarung" voller Fehler strotzt, und wohl nur eine schlampige, oft  sinnwidrige Übersetzung diverser aramäischen (frühchristlicher) Originalschriften darstellt, nicht beikommen können. Indolenz und Ignoranz gehen halt gern Hand in Hand.

Das einzige, was da hilft ist: lächerlich machen! Zeigen, daß man diese Kopfwindelträger trotz ihrer mörderischen Anschläge als irgendwie bedauernswerte Irre ansieht, und ihre "Geistlichen" ebenso, die (wie z.B. der seinerzeitige Großayatollah Khomeini) tatsächlich ernstgemeinte Erwägungen darüber anstellen, ob bspw. Zahnfleischbluten das Ramadan-Fasten bricht, oder ob ein Mann sich an den Genitalien weiblicher Babies "erfreuen" darf (Antwort: ja, solange er sie nicht penetriert, denn das ist erst ab dem 9. Lebensjahr zulässig!) ...

Lacht sie zu Tode! Nehmt euch den früheren ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser zum Vorbild, und zeigt diesen verklemmt-bigotten Wichsern, was ihr von ihnen haltet:


(Dank an Marco Gallina für den Link!)

Dienstag, 20. September 2016

Fidentem piumque ...

Heute vor 120 Jahren, also am 20. September 1896, erließ Papst Leo XIII eine seiner vielen Rosenkranz-Enzykliken, und manche Leser dieses Blogs werden sich verwundert die Augen reiben (andere dafür aber jauchzen und frohlocken!), daß dieses Ereignisses auf meinem Blog gedacht wird. Nun, freilich ... nicht wegen der besonderen marianischen Frömmigkeit des Blogautors (denn um die wäre es wohl, nach Ansicht treukatholischer Kreise, denkbar schlecht bestellt!), sondern latinitatis causa.

Leo XIII war eben der vermutlich letzte Papst, der absolut perfekt Latein konnte, quasi als seine zweite Muttersprache, in dieser bspw. Gedichte schrieb (gar nicht schlechte!), und das merkt man natürlich seinen Enzykliken, Konstitutionen, Apostolischen Schreiben etc. an. Das ist "Latein gedacht", nicht übersetzt! Und so diene der Anfang dieser Enzyklika (über deren Inhalte die Zeitläufte, wie über so vieles andere, hinweggegangen sind) hier als Anregung, sich der antiken Wurzeln abendländischer Kultur wieder zu besinnen:

VENERABILIBUS FRATRIBUS PATRIARCHIS
PRIMATIBUS, ARCHIEPISCOPIS, EPISCOPIS ALIISQUE
LOCORUM ORDINARIIS PACEM ET COMMUNIONEM
CUM APOSTOLICA SEDE HABENTIBUS

LEO PP. XIII
VENERABILES FRATRES
Salutem et apostolicam benedictionem


Fidentem piumque animum erga Virginem beatissimam, quem inde a teneris haustum, tota vita studuimus alere et augere, jam sæpius in summo Pontificatu licuit Nobis apertiusque testari. Tempora enim nacti aeque calamitosa rei christianæ ac populis ipsis periculosa, nempe cognovimus quanti foret ad providendum, commendare vel maxime illud salutis pacisque præsidium quod in augusta Genitrice sua benignissime Deus humano generi attribuit, perpetuo eventu in Ecclesiæ fastis insigne. Hortationibus votisque Nostris multiplex gentium catholicarum sollertia respondit, religione præsertim sacratissimi Rosarii excitata: neque copia desiderata est fructuum optimorum. Nos tamen expleri nequaquam possumus celebranda Matre divina, quæ vere est omni laude dignissima, et commendando amoris studio in Matrem eamdem hominum, quæ plena est misericordiæ, plena gratiarum. Quin etiam animus, apostolicis curis defatigatus, quo propius sentit demigrandi tempus instare, eo contentiore fiducia respicit Illam, ex qua, tamquam ex felici aurora, inocciduæ faustitatis lætitiæque processit dies. Quod si, Venerabiles Fratres, jucundum memoratu est, aliis Nos datis ex intervallo litteris collaudasse Rosarii precem, utpote quæ multis modis et pergrata sit ei, cujus honori adhibetur, et iis perutilis cedat qui rite adhibeant, æque est jucundum posse nunc idem insistere et confirmare propositum. Hinc autem præclara se dat occasio ut mentes animosque ad religionis incrementa more paterno adhortemur, et acuamus in eis præmiorum spem immortalium.
(Hier weiterlesen)
Wie eindrucksvoll verleiht der damals schon hochbetagte Papst seinen Gedanken über die Last seines Amtes Ausdruck (Quin etiam animus, apostolicis curis defatigatus, quo propius sentit demigrandi tempus instare ...), und verbindet damit die Zuversicht, die ihm dennoch im Blick auf Maria zuteil wird ( ... eo contentiore fiducia respicit Illam, ex qua, tamquam ex felici aurora, inocciduae faustitatis laetitiaeque processit dies). Das ist schlich und einfach ... schön (auch wenn man daran nicht glaubt)!

Der deutsche Philosoph und Schriftsteller Theodor Haecker hat 1931 ein Buch mit dem Titel "Vergil, Vater des Abendlandes" geschrieben. Nun, ohne Zweifel: auch die Literatur der Antike ist unser Erbe. Aber viel mehr noch die Latinität der Kirche, die diese antike Kultur weitergetragen hat bis an die Schwelle unserer Zeit. Und sie leider niederlegte an den Schwellen des Petersdomes, in dem eine wenig erleuchtete Versammlung "ehrwürdiger Väter" beschloß, mit einer Liturgiereform endlich wieder "zeitgemäß" zu werden ...

"... der vielleicht nächste netteste Präsident der Vereinigten Staaten"

Unter dieser Überschrift wird Poster "Literaturhinweis" im Gelben Forum mit seinem interessanten Artikel vermutlich für Schnappatmung bei allen sorgen, deren wichtigstes Ziel die Erhaltung eines Status quo für das Establishment (v.a. des Military Industrial Complex') unter zeitgeistigen Auspizien (endlich eine Frau im mächtigsten Amt der Welt ...) ist.
Die einzigen Politiker aus den letzten Jahrzehnten, die mir spontan einfallen wenn ich mich frage, wer tatsächlich mit etwas Tiefgang reden konnte, waren Gustav Heinemann, Erhard Eppler und Gerhart Baum. Strauß und Wehner erweckten zwar den Eindruck, waren aber Polterer.

Der Rest trat zwar oft rhetorisch geschickt bis polternd auf (Strauß, Wehner, Helmut Schmidt) oder schmeichelte sich ein (Willy Brandt), aber inhaltlich wurde meist nur leeres Stroh gedroschen. Die Inhalte der meisten Politiker-Reden sind leider nur die Gegenpole zur Meinung ihrer Opposition, keine eigenständigen, gar neuen, Ideen und Gedanken. Jede all zu arg abweichende eigenständige Meinung fällt auch bei einer des eigenen Denkens ohnmächtigen Bevölkerung selten auf fruchtbaren Boden.

Dies gilt in hohem Maße auch für Trump, bis vielleicht auf seine Idee mit der Mauer an der Grenze zu Mexiko, was vor ihm kein ernstzunehmender Politiker zu äußern gewagt hatte (nicht mal Ulbricht). Erstaunlicherweise hat Noch-Präsident Obama die Idee nun ohne rot zu werden von Trump geklaut (und bezahlt auch noch dafür, was allerdings den Wahrheitsmedien nicht immer eine Rede wert ist).

Trump erinnert in dieser Hinsicht etwas an Strauß, insofern er bestimmte seiner Inhalte wieder und wieder wiederholt (so wie hier: dreimal "wieder", ach nein, jetzt viermal).
(Hier weiterlesen)
Lesenswert, auch wenn man nicht alle Ansichten des Artikelautors teilt!

Montag, 19. September 2016

Die Systemtrottel tauschen bloß ihre Fähnchen

… die sie nach dem gerade vorherrschenden Wind schwenken. Aber sie werden — per Saldo — kaum weniger. Was irgendwie schwer vorstellbar ist, denn eigentlich sollte man meinen, daß sich in den letzten Jahren genug Unmut über unsere korrupten und unfähigen Polit-»Eliten« angesammelt haben sollte, um diese, wenn nicht gleich an die nächstgelegene Laterne, so doch immerhin aus ihren Pfründen zu bringen.

Doch weit gefehlt: nach wie vor macht die überwältigende Mehrheit, in Deutschland sind es immer noch um die 80 (und mehr) Prozent, in Österreich kaum (aber doch etwas) weniger, ihr Kreuzerl bei den Systemparteien, obwohl ihnen die Erfahrung sagen müßte, daß sie von diesen seit Jahrzehnten nur belogen und beschissen wurden. Und trotzdem wählt die satte Mehrheit sie wieder? Eines der untrüglichen Zeichen von Geisteskrankheit ist, dieselbe Sache, die sich schon einmal als falsch herausgestellt hat, noch einmal zu tun, und zu erwarten, es würde auf wundersame Weise bei der Wiederholung besser ausgehen.

Wir müssen uns in der real existierenden »Demokratie« offenbar damit abfinden, daß eine deutliche Mehrheit der Wähler nicht hinreichend intelligent ist, um einfache Volksweisheiten (»Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht …« oder »gebranntes Kind scheut das Feuer«) in ihr Wahlverhalten zweckdienlich einzubauen.

Fangen wir mit der ungleich wichtigeren der Wahlen an, die heute die deutschsprachige Welt (mehr oder weniger) in Atem hielten: im Berliner Stadtparlament wird also aller Wahrscheinlichkeit nach einer ungeliebten »großen« rot-schwarzen Koalition eine Rote-Socken-Koalition unter grüner Beteiligung folgen — man möchte, den »g’schupften Ferdl« abwandelnd, »rot und grün gestreift, das ist so elegant« singen. Knappe 15 Prozent derer, die überhaupt wählten, wählten eine Alternative (von der es sich auch noch herausstellen muß, ob sie eine ist; »Prinzip Hoffnung« in Reinkultur … aber was bleibt einem in einer »repräsentativen Demokratie« anderes übrig!).

Da gibt es eine Stadt, die von arabisch-libanesischen Verbrecherclans terrorisiert wird, in der die Straßen verrottet, die Infrastruktur und das Schulwesen am Zusammenbrechen sind, die geflutet wird von integrationsunwilligen und -unfähigen Scheinasylanten, die die letzten Reste an Sozialbudget aussaugen, die in verkommende Kieze und No-go-Areas zerfällt — und das alles u.a. ihrer seit jeher links versifften Politszene »verdankt«: und dann wird ebendiese Ansammlung von korrupten Schießbudenfiguren wieder und wieder gewählt. Irgendwie erschütternd (aber dann doch ins Bild passend) ist, daß im Osten dieser verrottenden Stadt, also jenem Teil, der im Verrotten immerhin vierzig Jahre DDR-Erfahrung vorweisen kann, die Kommunisten stärkste Kraft wurden (mein Vater pflegte zu sagen: »Man muß nicht unbedingt ein Volltrottel sein, um die Sozen zu wählen, aber es erleichtert einem die Sache beträchtlich« ...).

Wenn ich im Stammbeisl (für Piefkes: »Stammkneipe«) ein zähes Wienerschnitzel mit versalzenem Kartoffelsalat und einem lauwarmen Gspritzten (für Piefkes: »Schorle«) serviert bekomme, dann kann meine Wirtin froh sein, wenn ich ihr das ein einziges Mal pardonniere! Im Wiederholungsfall würde ich mir — wie wohl jeder vernünftige Mensch — ein anderes Lokal fürs Mittagessen suchen. Der Installateur, der mir für teures Geld das Badezimmer in einen Indoor-Pool verwandelt, weil dieser Trottel die Anschlüsse der Waschmaschine vergurkt hat, wird von mir auf Schadenersatz geklagt, etc. etc. ... Warum funktioniert dieses einfache Prinzip dann nicht ebenso in der Politik? Warum ist die Leidensbereitschaft der Menschen da so viel höher? Ist es etwa der Trugschluß, daß Politik den Wähler beim Wahlvorgang ja (fast) »nichts kostet« (außer ein bisserl Zeit), und daher auch nicht wert ist, sich groß darum zu kümmern? Wer in seiner Naivität so denkt, dem sollte eigentlich das Wahlrecht augenblicklich aberkannt werden.

Doch nein: es liegt wohl an der immer breiteren Schicht von Systemprofiteuren, von den Beamten bis zu den Sozialhilfeempfängern, die die Politik und die sie bestimmenden Wahlen tatsächlich nichts kosten — da diese ihnen immer nur etwas bringen können, nämlich: korrumpierende Wahlgeschenke der am Machterhalt interessierten Politapparatschiks!

Doch kommen wir nun zu Wien: hier fanden nach einer höchst dubiosen Wahl einer Bezirksvertretung (Wien zerfällt in 23 solcher Stadtbezirke), bei der pikanterweise um 23 Briefwahlstimmen mehr ausgezählt wurden, als überhaupt gültig abgegeben worden waren (und die FPÖ danach, welch ein Zufall, um 21 Stimmen hinter den GrünInnen landete), und die daher — wen wundert’s! — vom Verfassungsgerichtshof für nichtig erklärt wurde, am Sonntag eine neuerliche Wahl statt, die (würden die Bundespräsidentenwahlen wie vorgesehen tatsächlich am 2. Oktober stattfinden) natürlich zum »Signal« für die bundesweiten Wahlen stilisiert würden. Nun, so gesehen dürfen die Freiheitlichen für den mangelhaften Klebstoff der Briefwahlkuverts, der diesen Neu-Wahltermin auf den 4. Dezember verschob, recht dankbar sein. Denn im 2. Bezirk gewannen — die GrünInnen. Es gewann zwar auch die FPÖ hinzu, aber doch deutlich weniger …

Wenn man weiß, daß der 2. Bezirk, offiziell »Leopoldstadt« genannt, tradionell als »Mazzes-Insel« (weil früher von vielen Juden bevölkert, und zwischen Donau und Donaukanal quasi auf einer Insel gelegen) bezeichnet wird, dann kann man davon ausgehen, daß eine auf (deutsch-)nationalliberale Wurzeln zurückgehende FPÖ hier nicht gerade ein Heimspiel zu feiern hat. Der massenweise Zuzug von ausländischen Substandard-Gesindel um den Bahnhof Praterstern macht diesen Teil des Bezirks nachts zu einem faktischen No-go-Area, das die Polizei längst aufgegeben hat — und das müßte (so viele Juden mit »Nazi-Traumatisierung« leben heutzutage auch nicht mehr in der Leopoldstadt) dann eigentlich wieder den Bürgerprotest gegen die Überfremdung und Slumbildung beflügeln, aber dieser Effekt wird mehr als ausgeglichen durch den in Innenstadtnähe merklichen Zuzug linksgrüner BoBos, deren weiblicher Anteil offenbar erst nach der ersten Vergewaltigung durch eine kulturbereichernde Straßengang ihr Hirn einzuschalten gedenkt (und vielleicht nicht mal dann), wogegen die zugehörigen vegan essende Sitzpinkler mangels derartiger Erfahrungen vermutlich bis zum bitteren Ende unter dem Stiefel eines irasciblen Südländers, dem die Herausgabe der Brieftasche nicht schnell genug ging, ans Gute im Musel glauben …

Trotzdem: vielleicht war es ganz gut so — denn nichts macht die GrünInnen unvorsichtiger als der Erfolg, in dessen Höhenflug sie glauben, ihre totalitären Feucht-Träume ratz-fatz durchsetzen zu können. Was üblicherweise von einer ziemlichen Bauchlandung gefolgt wird. Die spannende Frage wird nur sein: geht sich die Bauchlandung noch bis 4. Dezember aus, oder üben sie sich in Selbstverleugnung, und verlangen nicht gleich die flächendeckende Umrüstung auf Fußgängerampeln mit schwulen Ampelpärchen, die Einführung von Binnen-I in allen Straßennamen (wie schön wäre es doch, endlich eine DresdnerInnenstraße zu haben …) und was dergleichen Unsinn mehr auf der Agenda dieser Truppe steht …

Die FPÖ wäre gut beraten, diese — obwohl territorial höchst beschränkte  — Wahl als Warnschuß zu betrachten! Wer bislang aus dem Meinungsbild der Leserbriefe und Stammtischgespräche einen Kantersieg Hofers bei der Wahlwiederholung erhoffen durfte, muß erkennen: der mit neuer Liebe zu Alm und Jagd, und überhaupt zu seinem »vielgeliebten« Österreich begnadete Kettenraucher aus links-urbanem Uni-Milieu wird kein leichter Gegner sein. Und die Machenschaften der Systemmedien werden keine Gelegenheit auslassen, für ihn Werbung zu machen und Hofer anzuschütten — semper aliquid hæret …

Den Wählern, die auch in Zukunft noch in Österreich leben (und nicht unter zunehmend schärferer Musel-Knute bloß vegitieren) wollen, kann man daher nur raten, den inneren Schweinehund am 4. Dezember zu überwinden, und ins zuständige Wahllokal wählen zu gehen — denn dort sind Fälschungen jetzt doch eher auszuschließen. Und Augen und Ohren offen zu halten, ob irgendwelche Wahlfälschungen versucht werden. Den Systemparteien, die um ihre Abwahl bangen müssen, wenn ein Bundespräsident, der nicht aus den eigenen Zirkeln kommt, gewählt würde, wird nämlich jedes Mittel recht sein, ihren schnell vergreisenden Frühstücksdirektor doch noch durchzubringen …

Mors certa, hora incerta ...

Wann die Stunde für unser Fiat-Money-Schwindelsystem schlägt, wann uns die ganze Chose um die Ohren fliegt, weiß keiner: aber daß dies der Fall sein wird, ist inzwischen (wenigstens in informierten Kreisen) unbestritten. Die Anzeichen für bedrohliche Instabilität mehren sich:

Platzt die gigantische Staatsanleihenblase?

Bild: (c) REUTERS (Ralph Orlowski) 
 
Viele Anleiherenditen haben überraschend ins Plus gedreht, das sorgt für Nervosität an den Märkten.
 (Die Presse

Während Anleger noch staunen, dass in der vergangenen Woche auch erstmals große Unternehmen negativ rentierende Anleihen auf dem Markt platzieren konnten, beginnen die Renditen auf dem Staatsanleihensektor überraschend in die andere Richtung zu laufen. Seit ziemlich genau einer Woche ist es hier mit der Praxis, dass man fürs Schuldenmachen auch noch Geld bekommt, vorbei. Der Kurs des deutschen Bund-Future sackte am vorwöchigen Donnerstag so stark ab, dass die deutsche Anleihenrendite erstmals seit vielen Monaten im positiven Bereich stand. Und dort hält sie sich nun schon sieben Handelstage.
Unsere Politruks finanzieren derweil Ordnerdienste die uns sagen: "Weitergehen, hier gibt's nichts zu sehen ... bitte weitergehen, die Herrschaften ... "

Sonntag, 18. September 2016

Alexander Van der Bellen

... ist belustigt über den europapolitischen Kurs seines Kontrahenten Norbert Hofer. "Jetzt musste er eine Kehrtwendung machen. Mein Beileid", sagte Van der Bellen in einem am Freitag veröffentlichten ARD-Interview mit Blick auf die Öxit-Ideen der FPÖ. "Wer ist jetzt glaubhafter? Mein Konkurrent, der seine Positionen deutlich verändert hat?"
Daß diese angebliche Veränderung eigentlich nur in der Imagination des grünen (und jetzt angeblich doch nicht grünen) Präsidentschaftskandidaten eintrat, stört die Systempresse wenig, ist sie doch ein wunderbares Mittel, den für das juste milieu der Journaillisten unerträglichen Gegenkanidaten madig zu machen. Es fragt sich freilich, ob das außerhalb der Systemblase auch so gesehen wird. Vermutlich eher nicht, wie Kommentarposter "DDrLove" süffisant anmerkte:

Glaubwürdigkeit in Person?

Genau, was will man auch von so einem ALT -68er?
einmal war er Sozialdemokrat, dann wieder nicht mehr...
einmal war er Freimaurer, dann wieder nicht mehr...
einmal war er Grüner, dann wieder nicht mehr...
einmal war er TTIP -Fan, dann eher nicht mehr...
einmal für die Halbierung des Bundesheeres, heute wieder nicht...
und einmal war er angeblich sogar Kommunist, und dann eher nicht mehr?
Vor kurzem noch Flaggerl fürs Gaggerl, heute heimatverbunden.
Vormals strikt gegen Waffen, heute Freund von Schützevereinen und Jägern.
Vor ein paar Monaten noch Freund der Walcome-Klatscher, heute will er davon nichts mehr wissen.

Die Glaubwürdigkeit in Person, unser Almsascha, oder? :))

Wort zum Sonntag: Wenn die Lösung das Problem ist

von Prof. Paul Watzlawick





Samstag, 17. September 2016

Heute ist es fünfzig Jahre her

...daß einer der bedeutendsten Sänger der Nachkriegszeit Deutschlands, Fritz Wunderlich, durch einen tragischen Unfall völlig überraschend aus dem Leben gerissen wurde. Eine kurze, aber liebevolle Erinnerung widmete ihm Prof. Joachim Kaiser in seiner "Klassik-Kunde":


Gleichermaßen bedeutend als Liedinterpret wie als gefeierter Opernsänger, ist seine lyrisch-weiche, doch kraftvolle Stimme bis heute unvergessen. Ein breites Repertoire, welchen von den anspruchsvoll großen Schubert- und Schumann-Liederzyklen bis zu den heiteren Niederungen der Operette reichte, ist dank Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen in teilweise auch technisch voll zufriedenstellener Weise überliefert, und zeigt uns, welche stimmliche und interpretatorische Höhenflüge dieser Sänger in den wenigen, zu wenigen Jahren seines Ruhmes gemeistert hatte.

Fangen wir mit Schubert an ... aber nicht mit den "großen" Liedern (die in Wunderlichs Interpretation ohnehin weithin bekannt sind), sondern mit einem reizenden Nebenwerk, dem schalkhaft scherzenden "An Sylvia", das in angemessener Leichtigkeit vorzutragen, keineswegs so leicht ist, wie es scheinen mag:


An den Opersänger, und hier ganz besonders den Mozartinterpreten, sei mit der Eröffnungsarie des Tamino aus der berühmten Zauberflötenaufnahme der Salzburger Festspiele 1960 erinnert:

 

Die kurze Arie des Tenors aus dem Rosenkavalier, von der Prof. Kaiser humorvoll zu berichten wußte, kann man übrigens hier anhören ... ob Richard Strauss angesichts solch vollendeter Klagschönheit bei seinem gegenüber Hofmannsthal geäußerten Verdikt, daß "... weil Tenöre so scheußlich sind", er den Oktavian als Hosenrolle konzipieren müsse, geblieben wäre?

Nicht einmal zwei Wochen vor seinem Tod entstand die folgende Aufnahme von Franz Schuberts berühmtem Lied "An die Musik", welches von Fritz Wunderlich als abschließende Zugabe in seinem letzten Konzert am 4.9.1966 in Edinburgh gesungen wurde. Ich weiß, es gibt klangtechnisch bessere Aufnahmen dieses Liedes, auch (und gerade) durch Fritz Wunderlich; aber als Bekenntnis dieses großen Sängers möge es, so knapp vor dem unvorhersehbaren Ende seines Lebensliedes entstanden, quasi als Epitaph für seine künstlerischen Gaben gewürdigt werden:


(weitere Ausschnitte aus diesem Konzert sind hier zu hören)

Freitag, 16. September 2016

Am 16. September 1950

... verabschiedete sich der bereits schwerst erkrankte (und zweieinhalb Monate danach verstorbene) rumänische Pianist Dinu Lipatti (1.4.1917 - 25.11.1950) in seinem letzten öffentlichen Konzert statt des letzten, am Programm stehenden Walzers von Chopin (den er wegen Erschöpfung abbrechen mußte) mit einer Klavierfassung von Bachs Choralvorspiel "Jesu bleibet meine Freude" von seinem Publikum:


Diese Aufnahme stammt allerdings nicht von diesem Konzert in Besançon, sondern ist eine kurz vorher entstandene Studioaufnahme (zum Vergleich: aus dem Jahre 1947 gibt es noch eine Aufnahme dieses Werkes, die trotz ihrer geringeren Klangqualität eine zutiefst berührende Intensität auszeichnet). Der gesamte Mitschnitt des letzten Konzerts (allerdings ohne Bach) findet sich hier.

Auch dies sind Daten der Menschheitsgeschichte, derer gedacht werden soll. Wer weiß, ob sie nicht die wichtigeren sind ...


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P.S.: zum Interpretationsvergleich hier noch eine Aufnahme der Transkribentin dieses Basch'schen Choralvorspiels, der britischen Pianistin Dame Myra Hess, (Bach, ab 3:38 mehr kühn als passend gefolgt von Scarlattis Sonata G-dur), sowie eine kristallklar-kühle Studioaufnahme des Werks durch Alexis Weissenberg, die im Mittelteil mit spürbarer Dramatik überrascht.


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P.P.S.: wie ich soeben sehe, hat Professore "Silvae" aus demselben Anlaß ebenfalls einen Artikel verfaßt. Leseempfehlung!

Vor zweitausend Jahren


... also am 16. September 16, wurde Julia Drusilla, die Schwester und (angeblich auch) Geliebte des römlischen Kaisers Caligula in der Nähe des heutigen Koblenz geboren. Wikipedia weiß zu berichten:
Caligula schätzte alle seine drei Schwestern – Drusilla, Agrippina und Livilla – sehr hoch, aber Drusilla war seine Lieblingsschwester. Er präsentierte sie in der Öffentlichkeit wie seine Ehefrau, und sie scheint auch sonst eine große Macht am kaiserlichen Hof ausgeübt zu haben. Caligula ließ Drusilla und ihre beiden Schwestern oft auf Münzen abbilden, ein Novum in der römischen Geldpolitik. Drusilla wurde sogar mit der Göttin Venus gleichgesetzt. Caligulas Wertschätzung für seine Schwester ging so weit, dass ihm eine sexuelle Beziehung zu ihr und ihren Schwestern nachgesagt wurde.
Was von diesen von Sueton überlieferten Skandalstories zu halten ist, wird schnell klar, wenn man (wieder in Wikipedia) über den Historiographen nachliest:
Neben der Kritik an der literarischen Qualität ist auch ein gehöriges Maß an inhaltlicher Skepsis bei der Lektüre von Suetons Biographien anzuraten. Sueton übernahm die Behauptungen seiner Quellen oft kritiklos. Viele Anekdoten basieren auf teils wilden Gerüchten und entbehren jeglicher Neutralität. Gerade was die vielen Schauergeschichten über zahlreiche Kaiser angeht, so muss man Sueton wohl eher als eine Art antiken Klatschreporter und nicht so sehr als historisch immer zuverlässige Quelle verstehen, der in seinen Schriften vielfach eher die Sensationslust seiner Leser befriedigen wollte, statt Fakten wiederzugeben.

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P.S.: Zwar nicht am selben, aber am gleichen Tag (nur eben 1875 Jahre später) wurde übrigens auch der letzte Reichspräsident des Deutschen Reichs geboren. Um daher die chronique scandaleux weiterzuführen (wiewohl das asketische Gemüt des letzteren zu Skandalen keinen Anlaß gab, höchstens zu Skandalen im Verhalten der Nachgeborenen, recte Nachgeburten, aus Anlaß seines Begräbnisses), sei auch dies erwähnt ...

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 P.P.S.: weil's so schön ist, zu lästern ... wußten Sie, daß seit 8.5.1975 der BRD-Bundespräsident zugleich Reichspräsident ist, wenigsten "Inhalt und Aufgabe" nach? Nein? Nun, dann lassen Sie sich informieren, daß ein mit diesem Datum versehenes "Politisches Testament" des besagten letzten Reichspräsidenten existiert, welches mit dem Satz schließt:
Im Bewusstsein nicht endender Verantwortung gegenüber dem Deutschen Volk übertrage ich Inhalt und Aufgabe meines Amtes als letztes Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches auf den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
Wikipedia beeilt sich darauf hinzuweisen, daß Bundespräsidialamt und Bundeskanzleramt diesem „Testament“ keine rechtliche Relevanz beimaßen

Offenbar war ihnen "Inhalt und Aufgabe" dieses Amtes ohndies längst fremd geworden ...

Donnerstag, 15. September 2016

Heute vor neunzig Jahren

... also am 15. September 1926, starb der deutsche Philosoph und Literatur-Nobelpreis-Träger (1908) Rudolf Eucken

Er ist heute nahezu vergessen, bestenfalls weiß man noch, daß Max Scheler zu seinen Schülern zählte. Und daß ein Philosoph einen Literaturpreis erringt, das ist ja auch irgendwie seltsam ...

Ist diese Vergessenheit, in die Rudolf Eucken sank, nun berechtigt oder nicht? am ehestens kann man das durch persönliche Lektüre feststellen, und dankenswerterweise gibt es ein Werk, noch dazu aus dem "Preisjahr" 1908, mit dem durchaus anspruchsvollen Titel:

Der Sinn und Wert des Lebens
Wer heute die Frage aufnimmt, ob das menschliche Leben einen Sinn und Wert hat, der kann nicht zweifelhaft darüber sein, daß es hier nicht einen vorhandenen Besitz zu beschreiben, sondern eine Aufgabe zu bezeichnen gilt, eine Aufgabe, die für uns nicht gelöst ist, auf deren Lösung sich aber unmöglich verzichten läßt. Daß der heutige Lebensstand uns hier keine sichere und freudige Bejahung zuführt, das wird genauer zu zeigen sein; daß wir das Suchen danach nicht einstellen können, ist ohne viel Erörterung klar. Das Leben stellt uns Menschen unter mannigfache Eindrücke und Aufgaben, sie bilden nicht unmittelbar eine Einheit, es hebt sich nicht leicht und sicher aus ihrer Fülle ein leitendes Ziel hervor. Dabei ist das Leben keineswegs eitel Freude und Genuß, es kostet Mühe und Arbeit, es fordert Entsagung und Opfer; die Frage erwacht, ob sich solche Mühe und Arbeit auch lohne, ob der Gewinn des Ganzen alle Gefahren und Verluste im einzelnen aufwiege und eine Bejahung rechtfertige. Das ist kein Problem der bloßen Theorie; das Leben selbst kann seine Höhe erst erreichen, wenn es sich eines bedeutenden Gesamtzieles sicher weiß, und wenn von da aus Spannung und Lust in jede einzelne Betätigung strömt.

Nun gibt es Zeiten, wo die Frage schlummert, weil Überlieferung und Gemeinschaft dem Streben eine sichere Richtung geben und keinerlei Zweifel an den dargebotenen Zielen aufkommen lassen. Erwacht aber einmal der Zweifel, ein Zweifel über das Ganze, so greift er leicht wie ein verheerendes Feuer um sich, die Frage verwickelt sich um so mehr, je mehr wir über sie grübeln; wir finden uns an der Grenze unseres Vermögens, wenn wir erwiesen haben möchten, daß unser Leben bei aller Verworrenheit des ersten Anblicks schließlich einen Sinn und Wert besitzt und sich von da aus zuversichtlich bejahen läßt. Unter der Macht solches Zweifels steht unsere eigne Zeit. Ihre Schwäche an dieser Stelle verrät schon der Umstand, daß sie inmitten staunenswerter Leistungen und unaufhörlicher Fortschritte kein rechtes Glücksgefühl in sich trägt, daß der Mensch als Ganzes sich keineswegs sicher und geborgen weiß, daß er sich selbst herabzusetzen und von seiner Stellung im All gering zu denken geneigt ist. Bei näherem Zusehen finden wir viel Streben nach Einheit des Lebens, aber wir finden zugleich, daß dies Streben sich bei sich selbst bis zu vollem Gegensatze entzweit: grundverschiedene Synthesen und Typen des Lebens bieten sich dar und umwerben den Menschen. Aber indem keine von ihnen siegreich und sicher die anderen bewältigt, spalten widerstreitende Wirkungen und Schätzungen die Menschheit; was dem einen ein hohes Gut, das dünkt dem andern ein lästiges Übel, und der eine weiß nicht hart genug zu verdammen, was den andern entzückt und begeistert. So ergibt sich bei überströmendem Reichtum im Einzelnen eine peinliche Armut im Ganzen, auch ein völliges Unsicherwerden über das Ziel und die Art unseres Weges. Solche Lage treibt zwingend die Frage hervor, ob sich gegenüber aller Verdunklung, Verwirrung, Verneinung ein Sinn und Wert des Lebens erringen lasse, ob alle Widersprüche schließlich einer Einheit weichen, die das Ja dem Nein überlegen macht.
(Hier weiterlesen)

Interessant ist der Vergleich mit der geänderten Fassung vom März 1914, der in den ersten Absätzen schon zutage tritt. Schwungvoller tritt der Autor an die Fragen, weniger "professoral" ist der Stil. Aber ... "Literaturnobelpreis"? Doch die Geschichte dieses Preises ist wie kaum eine andere in unauflösbare Rätsel verstrickt: Eucken wurde von König Oskar II von Schweden geschätzt, in die Schwedische Akademie der Wissenschaften aufgenommen etc. Hier war also der Nobelpreis 
„... auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat“
offenbar die glanzvolle Vollendung eines schon länger dauernden cursus honorum ... und außerdem galt er als Kompromißkandidat zwischen Selma Lagerlöf und Algernon Swinburne, die beide jeweils keine Mehrheit in der Akademie fanden.

In Deutschland waren die Ehrungen bescheidener:
Am 5. Januar 1916 – Euckens siebzigstem Geburtstag – wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Jena ernannt. Als Begründung wurde genannt, dass er als Professor der Universität Jena 41 Jahre lang „als Zierde der Hochschule zum Ruhme der Stadt“ beigetragen habe.
Zu Lebzeiten geringgeschätzt, durch Zufälle doch zu Bedeutung gelangt, von der Nachwelt vergessen: das sind (sarkastisch formuliert) die historisch-biographischen Zutaten vieler Gedenkartikel auf diesem Blog. Und sie zeigen: nichts ist zufälliger als der Erfolg, nichts wankelmütiger als das Gedächtnis.

„Alle echte Philosophie ist ein Ringen des Ganzen einer Persönlichkeit mit dem Ganzen des Alls“, schrieb der Philosoph Rudolf Eucken. Daran sollte man ihn messen, nicht an Ehrenbürgerschaften, Straßennamen oder auch Nobelpreisen ...